meine Geschichten

Vor gut zehn Jahren habe ich begonnen mir Notizen nach einem Trommelbau zu machen, um mich vom handwerklichen her noch zu verbessern, bzw. mir neue Idee um den Trommelbau aufzuschreiben. Es folgten Notizen zu den Ritualen in dem ich mir meine Gedanken und Fragen notierte und so wuchs es über die Zeit zu meinem Trommelbautagebuch heran. Aus den Notizen wurden Geschichten um Themen die mich in dieser Zeit beschäftigten, was waren meine Gedanken, wie fühlte es sich für mich an.

Da gibt es einmal nur meine Geschichten die bei mir bleiben, andere die „allgemeiner“ sind habe ich in Absprache und Freigabe der Trommelbauerinnen geteilt. Mit den Menschen die uns zum Bau ihrer Trommel besuchten wurde uns immer bewusster das viel mehr dahinter steckt, als nur eine Trommel zu bauen. Deshalb möchten wir hier einige unsere Trommelbaugeschichten zum querlesen oder vielleicht auch mal etwas zum nachspüren mit den Besuchern *innen unserer Seite teilen. Trommelnde Grüße Antonius & Sandra

Einer der Wasserritualplätze an der Lippe, ein Ort um: „einfach nur sein“.

Der Bienenhonig von Imkern aus dem Freundkreis meiner Eltern oder später aus meiner Nachbarschaft hat mich seit meiner Kindheit begleitet. In der warmen Milch oder auf dem frisch gebackenen Brot. Sein Genuss war für mich immer etwas besonders. Auch in dem Bewusstsein das in einem Teelöffel Honig das Lebenswerk einer einzigen Biene steckt.

So um die Raunächte herum meldete sich Christian um mit mir seine eigene Trommel zu bauen. Wir tauschten uns so aus und er erzählte von seinen Bienen, mit seiner etwas anderen Art mit den Bienen zu leben. Sibenstern Bienen Honig, nie gehört es war für mich erst einmal Honig. Neu für mich war das er seinen Bienenvölkern immer genug eigenen Honig für die Überwinterung lässt.  Im Verabschieden bei seinem ersten Besuch schenke er mir ein besonderes Glas Honig aus seinem Siebenstern Bienen Völkern und daraus eine Enzens mit einem hohen Anteil an Propolis, also das Besondere vom Besonderen. Solche Geschenke stelle ich ersteimal wertschätzend ins Regal, so als etwas ganz „heiliges“. Und mir reicht ja erstmal das angebrochene Glas Honig in der Küche.- Dann kam der Tag an dem wir seine Trommelhölzer, eine Esche und einen Weißdorn zum Trommelrahmen wachsen lassen wollten. Wie immer geht zu beginn des Trommelbau zum Ritual mit den Pflanzengeist des Holzes unter die Trommel. Während des Trommeln spürte ich eine sehr kräftige, geordnete mir vollkommen unbekannte Dynamik in mir bzw. in den Trommelschlegeln. Es dauerte eine Zeit bis ich eine Ahnung hatte von dem was mir hier gerade gezeigt wurde. Es war das Volk der Bienen, nicht die Bienenkönigin, ein ganzes Bienenvolk begleitete mich. Ihre Botschaft an mich: Du hast keine Ahnung von uns, du weißt nichts über uns! Sie führten mit mich über die Zeit des Rituals. Dann hatte ich den Auftrag von ihnen mich mit ihrem Siebenstern Honig zu verbinden. Ich musste das Ritual unterbrechen und in die Küche gehen um einen ganzen Teelöffel Siebenstern – Honig auf der Zunge zergehen zu lassen. Es war gefühlt eine Explosion von … mir fehlt das Wort ….. von Energie die ich nicht so schnell zu mir nehmen wuste wie sie in mir frei wurde. Ich verschluckte mich, musste husten und konnte nicht verstehen was da gerade passierte. Jetzt habe ich ein bisschen Ahnung von dem was die Bienen Völker im Siebenstern für eine Arbeit leisten. Mit meinem ganzen Respekt & Ehrfurcht dieser Bienen Leistung werde ich in Zukunft eine nur Messerspitze voll dieser Heilkraft genießen. Lieber Christian Dankeschön für diese Erfahrung und ich wünsche mir das sich die wilden Bienen Schwärme mit Dir und Deiner Trommel verbinden, die Dich in Deiner Welt der Bienen unterstützen werden.  Christian und seine Frau Jeanette führen gemeinsam ihre kleine Familienimkerei.https://die-wabe.de

Christian, der der mit den Bienen tanzt.

Vater und Tochter. Oft ist mit dem Bau einer eigenen Trommel auch eine feste Absicht der Trommelbauerin verbunden eine Veränderung in ihrem Leben umzusetzen. Einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Das allein ist ja schon Grund genug.

Erfolgt der Bau der Trommel im Bewusstsein die Kraft der Ahnen mit in der Trommel zu manifestieren öffnet sich ein ganz anderer Raum. Wird eine solche Trommel gebaut mit dem Bewusstsein diese an seine Nachkommen zu vererben oder wird sie gebaut um sie zu Lebzeiten an diese zu übergeben. Zwei Möglichkeiten mit doch ganz unterschiedlichen Energien. Bis lang sind es Frauen gewesen die bei mir eine solche Trommel gebaut haben um sie in ihrer weiblichen Ahnenreihe an ihre Tochter oder Enkelin weiter zu reichen.

Umso mehr habe ich mich gefreut   das ich einem Mann beim Bau seiner Trommel und seiner männlichen Ahnenreihe begleiten durfte. Den Trommelrahmen konnten wir noch aus einem Brett (Limba) bauen, das aus der ehemaligen Tischlerei des Großvaters stammte. Das Brett wird dem Großvater sicherlich wichtig / wertvoll gewesen sein, weil es nach der Schließung seines Betriebes und die Jahre danach immer noch von ihm behütet wurde.

Es ist dem Vater wichtig gewesen, das die erste seiner drei Töchter (sie zieht von zu Hause aus) diese Trommel mit auf ihrem neun Weg zu geben und so konnten wir die Übergabe in einem Ritual feierlich abschließen. Auch wenn Vater & Tochter nicht viel sprechen konnte, so haben die Blicke der beiden viel gesagt.  

Externsteine, auch einer der Orte für ein Ritual im Trommelbau.

Die Kiefern: bringt Seele und Geist in Einklang

Wenn ich so an die unsere Kiefer denke und meine Augen schließe, dann kann ich im Frühjahr den Blütenstaub der Zapfen im Wind sehen, das Knacken / aufbrechen der Zapfen im Sommer hören und ihr fest verklebtes Harz an meinen Händen riechen und spüren. Ich weiß wie sie sich biegen, wenn der Sturm versucht ihnen ihren Halt zu nehmen, ich sehe ihre riesigen Tellerwurzeln vor mir, wenn er sie umgeworfen hat. Auf unseren Bergen zeigen sie mir die Hautwindrichtung, von der sie sich abwenden, an. Die Kelten verehrten den „Feuerbaum“ (kienforhas) vor allem wegen seines Harzes und der langen Brenndauer. Viele Menschen erzeugten mit dem harzreichen Holz der Kiefer, Licht. Dazu wurden fingerdicke Späne (so genannte Kienspäne) geschnitten, getrocknet und dann in Harz oder Pech getränkt.

Das Harz und die Sprossen der Kiefer gehörten bei den alten Schamanen und Hexen zu ihrem Handwerks-Zeug. Das Harz der Kiefer galt bei den Germanen als starkes Schutzmittel. Man hing es gegen den »bösen Blick« über die Haustür, oder trug es in einem Beutel um den Hals. Bernstein, dem versteinerten Kiefernharz, schrieb man dieselben Eigenschaften zu und wir tragen es heute noch gerne um den Hals.

Der wärmende und anregende Rauch (auch beim verräuchern) des Kiefernharzes bringt Seele und Geist und Einklang und schützt vor negativen Energien. Er wirkt durchblutungsfördernd, beruhigt aber zu rastlose und überreizte Menschen. Er harmonisiert das „Lebensfeuer“.

Die Bewohner Sibiriens reiben eine Kiefernscheibe zwischen Daumen und Zeigefinger, um Schuldgefühle und Selbstvorwürfe abzulegen. Die Bachblüte Pine hilft dabei, die eigenen Grenzen zu erkennen, ohne sich mit Schuldgefühlen zu belasten. Mit ihr lernt man aber auch, die eigenen Schwächen mit einem Lächeln hinzunehmen. Sie ist die Blüte der Akzeptanz, man gewinnt ein gesundes Verhältnis zu eigenen Fehlern. Liebe Heike ich denke der Pflanzengeist der Kiefer hat dich bei der Wahl deines Rahmenholzes nicht nur gerufen, weil du sein Holz für leicht empfunden hast. Ich wünsche mir das du mit Deiner Trommel Erkenntnis reiche Raunächte hast. Der Rahmen hat zur Unterstützung von Heike noch den Weißdorn hinzubekommen und trägt nun das Pergament von einen weiblichen Rotwild.

Kieferrahmen mit Weißdonr in den Himmelsrichtungen

Der weit spannende Bogen der Akzeptanz

In den letzten Jahren sind einige Trommelbauerinen und Trommelbauer bei mir gewesen. Und wenn ich so zurückblicke, egal ob sie auf dem schamanischen Weg, als Hexe, der Lebensweise der nordamerikanischen Indigen folgen, Heiden, Lichtarbeiter, Heiler oder weil sie einfach eine Trommel haben wollen um zu meditieren bzw. um sich entspannen zu können. All diese Trommlerinnen haben ein tiefes Bewusstsein für all die Lebewesen und Dinge die sie Umgeben. Eine Akzeptanz gegenüber anderen Glaubensrichtungen, Lebensgewohnheiten die einen sehr großen Bogen spannt. Ich denke, wenn wir mehr Trommlerinnen und Trommler wären dann wäre unser aller Leben auf Mutter Erde ein respektvolleres.

Vor einiger Zeit waren Lisa & Jans >midgard_leben> bei mir und folgten ihrem inneren Ruf nach ihrer eigenen Trommel. Es ist immer wieder schön zu erleben wie sich zwei Menschen, die gemeinsam ihr Leben teilen, zusammen in diesem tiefen Bewusstsein für all die Dinge die sie umgeben, wachsen. Mit der Wahl des Rahmenholzes (ich stelle die Bretter sägerau, ungehobelt, damit sie nicht „schön“ auf) öffneten sich für beide gefühlt wohl alte Welten. Der Pflanzengeist des Weißdorns, eine unserer alten schützenden Heckenpflanzen, sie ist auch der sicherer Raum der Heckensitzerinnen gewesen, ging mit Lisa in Resonanz.  Für mich fehlte noch die Energie des sich gerade machen und das aufrecht im Licht stehen, sich zeigen, gesehen werden und wir luden noch den Pflanzengeist der Esche mit in ihren Trommelrahmen ein. Ein Trommelrahmen ein Lebens-Kreis, mit den schützenden Energien des Weißdorn, zu dem auch das NEIN sagen für den Selbstschutz gehört, aber auch die Entschlossenheit, des einen Schritt vortreten, sich zeigen, gerade machen, mit der Spannung des Holzes der Esche um seine eigenen Interessen zu vertreten. In seiner Kindheit hatte Jans das Glück im matschigen Uferbereich eines Baches am Wald und in den Wiesen zu spielen. Dieser Geruch des Matches, Wasser-Erde-Sumpf-Moor hat ihn bis heute nicht losgelassen. Auch diese Verbindung zum Element Wasser lässt viele Menschen nicht los. Wasser kann sehr weich sein, anschmiegsam, sucht sich immer den leichtesten Weg um ins große Meer zu kommen. Ohne Wasser können wir und die Pflanzen nicht leben. Nicht ohne Grund stehen Bäume in Feuchtgebieten die sich besonders mit dem Wasser verbinden. Bäume die mit dem Wasser und den Zyklus des Mondes eine besondere Verbindung haben. Deshalb werden sie auch Mondbäume genannt, zu ihnen gehört die Erle, der Pflanzengeist mit dem Jans (>190cm, <130kg) eine Verbindung gefunden hat. Vielleicht ist diese Feinfühlige /“weibliche“ Eigenschaft des Mondbaumes, die sich Jans in seinen Trommelrahmen eingeladen hat um damit seinen neuen Weg zu gehen. Die Trommelrahmen mit 38 und 44 cm Durchmesser tragen nun die weiblichen Wildschweinhäute vom Rosenberg. Lisa und Jans danke das ich unsere Geschichte und Bilder der Trommeln teilen darf.

Partnerarbeit ist auch Teamarbeit 🙂

Verbindung zur Natur

Hin und wieder erschrecke ich, wenn ich Menschen treffe die ihre Verbindung zur Natur (ich übertreibe ein wenig) mit ihrer Fernbedienung verknüpfen. Draußen sein mit dreckigen Schuhen und kalten Füßen verbinden. Ich habe mir als Kind einen Garten hinter dem Haus gewünscht in dem ich hätte mich „verbinden“ können, aber…… vielleicht hat es mich deshalb immer hinaus in die Wiesen und den Wald gezogen. Meine Mutter hat mich dann oft mit den Worten begrüßt: Wie siehst du denn wieder aus! 🙂 Wenn ich heute die Bäume besucht habe und ich komme nach Hause und meine Hose und Schuhe so betrachte, grinse ich in mich hinein und ich fühle / höre ihre Stimme immer noch.  Vor einigen Tagen hat mein Nachbar (83 Jahre) mit mir mal wieder so gesprochen, wie man das so tut, dies und das und was gibt’s Neues.  Als kleiner Junge, er war noch in der Grundschule, hat er mit seinem Vater einen Apfelbaum in seinem Garten 2000 m² gepflanzt. Auch er vermisst bei seinen Kindern und Enkelkindern die Verbindung zur Natur, zu seinen Garten. Die Äpfel dieses Apfelbaumes entsprechen sicherlich nicht der EU Norm, sehen nicht so gemalt aus wie die aus der Obsttheke, aber sie schmecken und ich habe gerne Apfelmus von seinen Früchten gekocht. Und dann fragte er mich ob ich ihm diesen Baum fällen könnte, ihm wird die Arbeit mit dem Baum zu viel, er möchte nicht mehr auf die Leiter und von seinen Kindern isst keiner seine Äpfel. Mit dieser Frage/Bitte bin eine Zeit lang in mich gegangen: „Du kannst doch nicht einen solchen Baum umhauen“. Tage vergingen, nach einer Reise habe ich mich entschlossen es zu tun, ich habe dem Baum versprochen das ich sein Holz in Ehren halte und er als Trommelrahmen einige Menschen auf ihrem Weg begleiten wird. Es tat, es tut mir heute noch weh, wenn ich darüber nachdenke diesen Baum gefällt zu haben. Wie gerne hätte ich einen solchen Garten mit einem Baum gehabt, den mein Vater mit mir gepflanzt hätte.

Der Vater Sohn Baum
Der erste Stämmling vom Apfelbaum ist zum Trommelholz gesägt.

Ein Herzenwunsch zum anfassen

Heute war heute ich Erlenholz einkaufen. Die Trommlerin hat sich gewünscht ihre 100 cm große Mutter Erde Trommel zu Imbolc wachsen zu lassen. Bei der Größe der Trommel ist zu berücksichtigen wie groß der Kofferraum des Autos ist in den sie transportiert werden soll. Möchte die Trommlerin mit der Trommel an verschieden Orten arbeiten oder bleibt sie nur in den eigenen Räumen. Ist geplant mit der Trommel nicht an verschiedenen Orten zu arbeiten, kann der Durchmesser, wenn gewünscht auch größer gewählt werden. Hier kann dann der Durchmesser über die Größe des Pergamentes des Tieres, (Bison, Rind, Pferd) ermittelt/ausgesucht werden. (100-150cm)

Bei einem Durchmesser der Mutter Erde Trommle von bis zu ca.  90 cm können auch noch Pergamente vom 2 Stück Rotwild eingesetzt werden, die in der Regel günstiger sind als die vom Bison oder einem Rind. Die Wahl hat immer die Trommlerin oder der Trommler.

Das arbeiten mit einer Mutter Erde Trommel ist für mich sehr besonders, Rituale bekommen mit ihr eine besondere vertiefende Wirkung finde ich.  Deshalb ist es mir wichtig das die Trommlerin oder der Trommler verschiedene Möglichkeiten mit an die Hand bekommen um später auch mit ihren eigenen Iden/Vorstellungen Rituale feiern zu können. Auch das eigentliche Trommeln unterscheidet sich vom herkömmlichen Trommeln einer Rahmentrommel und wird mit mir vor der Übergabe vertieft.

Bei diesen beiden Mutter Erde Trommeln (beidseitig bespannt, sie wird in anderen Kreisen Mother Drum genannt) eine 100 cm im Durchmesser und die kleine Schwester mit 40 cm hat eine schon sichtbare kleine Besonderheit. Einen kleinen Stämmling von dem Pflanzengeits der Erle hatte Susanne vor einiger Zeit mit aus einem Ritual mit nach Hause genommen und ihm dort einen Ehrenplatz geschenkt. Der Trommlerin ist sehr wichtig, dass diese verschiedene Ritual – Hölzer, in ihrem Trommelrahmen einen festen Platz bekommen. Jetzt haben wir den Stämmling in feine Holzleisten aufgeschnitten, die wir dann in den beiden Trommelrahmen integrieren wollen. Sie halt auch physisch miteinander verbinden. Dieses Wochenende werden wir aus den zugeschnittenen „Brettern“ einen neuen Lebenskreis ihre Trommelrahmen schließen. Der Ständer- und Trommeltisch sind bis auf das einölen (möchte die Trommlerin machen) fertig. Bin gespannt wie sich das Bild des Erlenholzes nach dem einölen verändert. Die Trommlerin hat sich beim Tisch für die leichtere Ausführung endschieden, weil sie so bei ihren Seminarreisen Tisch und Trommel besser händeln kann, bzw. sich in ihrer Praxis besser verstauen kann, wenn die Trommel Platzsparend im Ständer aufgehängt wird. Ich finde die Verwandlung die hier das Holz der Erle mit dem einölen zeigt ist wundervoll. Die Hölzer vom Trommel-Tisch & Ständer fühlt sich weich und warm an. Der Rahmen für die kleine Muttererde Trommel ist fertig, die eingelassenen Scheiben von der Haselin habe ich gepixelt weil die aufgebrannten Kraftsymbole nur für die Trommlerin bestimmt sind. Gleich holen wir die das Pergament des weiblichen Bisons (es stammt aus Johannes seiner Herde bei Höxter) aus dem Quellwasser der Lippe und bespannen den kleinen Rahmen von beiden Seiten. Große und Kleine Mutter Erde Trommeln (100 & 40 cm), zwei Zwillings – Schwestern, beide aus dem Holz der Erle, ihre Rahmen tragen in den 16 Segmenten je eine Scheibe der 16 Stäbe (aus dem Holz der Haselin) die ihre Lakota Schwitzhütte getragen haben, die die Trommlerin mit ihren Kraftsymbolen geprägt hat. Die Erlenleisten aus dem Stämmling der Erle der im Schwitzhütten – Ritual im Mittelpunkt stand haben wir mit roten Erdpigmenten eingefärbt und in beiden Rahmen eingearbeitet. Bespannt haben wir die Rahmen mit dem Pergament von einem weiblichen Bison aus der Herde von Johannes & seinem Sohn in der Nähe von Höxter. Beide betreiben gemeinsam ihren Landwirtschaftlichen Betrieb und die hauseigene Metzgerei. Aufzucht, Haltung der Tiere und die Weideschlachtung sowie der Verkauf des Fleisches in der eigenen Metzgerei erfolgt innerhalb eines in sich „geschlossenen“ Familienbetrieb. Trommeln in dieser Größe zu bauen ist für mich immer noch etwas besonderes, toll war es hierbei auch das es sich die Trommlerin ermöglichen konnte an fast allen Tagen des wachsen der Trommel mit dabei zu sein. Ihre Verbundenheit zu den Ritualhölzer und die liebevolle Sorgfalt mit der sie ihre Hölzer in die Rahmen eingearbeitet hat. Ihr Wunsch diese Trommeln mit dem „Neuen Licht“ um den zweiten Vollmond des Jahres entstehen zu lassen, haben wir gestern in einem Abschlussritual gefeiert. Ich wünsche mir das die Trommlerin auf ihren Seminaren und Ritualen die sie mit Trommeln feiert viele Menschen berührt und sie auf einen heilenden Weg begleiten wird.

Trommel auf dem Trommel – Tisch
Trommel hängend im Ständer
Trommel – Tisch & Ständer zerlegt

Der Wende Punkt 

Am letzten Vollmond im Mai war Dennis zum Trommelbau bei uns. Er wollte eine Trommel mit der er auch seine Waldrituale immer feiern kann. So entschloss er sich eine kleine Mutter Erde mit 53 cm  aus dem Holz der Esche zu bauen. (Andreas danke für diesen Stamm, & Bildtext)  In den letzten Jahren sind Männer die uns zum Bau ihrer Trommel besucht haben für mich immer etwas „besonderes“ gewesen. Es ist für mich halt anders gewesen mit diesen Männern eine Trommel zu bauen.

Ja sie haben mehr Kraft, wenn es um irgendwelche handwerklichen Dinge geht, sie tun auch Dinge mal anders wie ich es vorgeschlagen 😉habe. Das ist aber nur der eine Unterschied, der andere für mich größere ist, sie reden nicht so viel wie andere Männer, dass es mir schon fast zu wenig ist. (ja, Stille am Lagerfeuer ist großartig). Es sind die Gespräche die ich sonst so von Männern gewohnt bin, wie z. B. über Autos / Motorräder, oder Fußball / Sport, diese üblichen Männerwitze oder diese „Haste schon gehört….. Themen“. Sie brauchen dieses Gerede nicht. Ich denke das es die Abwesenheit dieser Oberflächlichkeiten ist, die uns Männern den Raum für das feine, auch für das nur fühlbare gibt. Oft habe ich gedacht, es ist so eins von meinem Vater Ding, dass ich mir das ein oder andere Verhalten dieser Männer für meinen Vater gewünscht hätte. Heute sage ich, dass viele dieser Frauen und Männer alle etwas gemeinsam haben, sie sind in ihrem Leben viele Schritte auf verschiedenen Wegen gegangen. Bis zu dem Wende -Punkt wo sie sich gesagt haben, keinen Schritt weiter, weil der nächste vielleicht einer zu viel ist, es geht so nicht mehr weiter. Genau hier an dieser Stelle hatte jeder einzelne für sich seine Grenze gezogen. Ich denke das dieses sich tiefe „Bewusst-Sein“, der gemeinsame Nenner von Trommlerinnen und Trommler ist. Die andere Sichtweise der Dinge, das Erkennen des Wichtigen im Leben, ihre Lebensmitte neu gefunden haben.

Der Birke- Erlerahmen trägt ein Pergament vom Bison & Pferd
Auf den 16 Segmenten
haben die 12 Tierkreiszeichen & die Symbole der 4 Elemente ihren Platz gefunden.

Die „Weiße Göttin & die Rabengöttin“ vereint in einem Kreis

Mit diesem Trommelbau bin ich der Astrologie ein kleines Stückchen nähergekommen und mein Respekt über das Zusammenspiel der Gestirne ist gewachsen. Um diese Zusammenhänge zu verstehen und zu verinnerlichen gehört Leidenschaft, weil auswendig lernen reicht da nicht aus, denke ich. Wenn dann noch diese Lebensweise mit einem für mich tiefen Runen – Bewusstsein bereichert wird, ziehe nicht nur innerlich meinen Hut vor Dir liebe Sabra. Es war mir ein Vergnügen mit Dir dieses kleine weibliche Kraftpaket von Trommel bauen zu können, mit ihren 40 cm bestehend aus dem Holz der Birke und der Erle mit je 8 Segmenten, hast Du den Platz für die Symbole der 12 Tierkreiszeichen und den 4 Elemente gehabt.  Dieser Rahmen trägt auf der Erden-Seite den Bison und auf der Himmels-Seite das Pferd. Auch mit dieser Wahl hast du noch der Rune Uruz einen Raum in Deiner Trommel gegeben. Mit der Birke hast Du dir die Verkörperung der „Weißen Göttin“ eingeladen. Sie steht für Frigg /Freya oder die irische Muttergöttin Brigid sie alle werden mit der Birke in Verbindung gebracht. Sie ist auch Patin unserer Rune Berkana und gilt als Baum des Lichtes, wenn im Frühjahr der Frühling-Neuanfang die Sonne das Leben zu uns zurückkehrt. Die Erle, ist auch kein Zufall denke ich. Ihre Heimat ist das Wasser die Moore in denen die Nebel zu Hause sind. Da wo Leben und Tod aufeinandertreffen ist auch die Heimat der Totengöttin die Rabengöttin Morrigane.  Ein Trommelrahmen in dem Du dir die Kraft unserer mächtigsten Göttinnen eingeladen hast. Wenn Du mit dieser Trommel zu den „Mittsommernächten Bärenstein“ im Kreis der Trommlerinnen & Trommler am Feuer stehen wirst, bin ich in „Gedanken“ bei Dir.

Das achtspeichige Rad, die Verbindung zu….
ihrem Sonnenschein.
46 cm, aus dem Holz der Birke, Hasel, Weisdorn geben dem Pferd Halt.

Das achstspeichige Rad hat im „keltischen Kalender“ einen festen Platz eingenommen. Neben den 8 Himmelsrichtungen zeigt es uns auch den Tanz der Sonne durch die Jahreszeiten auf. Hier stehen die Speichen für die keltischen Jahreskreisfeste die uns das polare Gleichgewicht von Gegensätzen aufzeigen.

Dankbar annehmen

Ich habe den Eindruck, dass es in den letzten Jahren immer interessanter für uns Menschen geworden ist, sich in die Natur zurückzuziehen und mit wenigen Hilfsmitteln dort für ein Wochenende auszukommen. In Seminaren wird vermittelt wie Feuer ohne Feuerzeug zu entfachen ist und wir uns mit selbstgebauten Nachtlagern in der Natur übernachten können. Essbare Pflanzen werden und uns gezeigt und wir probieren sie. Ja ich bin ein Freund von dieser Schlichtheit und der Naturverbundenheit und sie hat einen festen Platz in meinem Leben. Aber es ist noch weit weg von dem wie es in der alten Zeit mal gewesen ist.

Elena hatte auch eine solche Schulung von ihren Großeltern genossen, sie sind mit ihr von Kindesbeinen an in Natur gewesen. Sie hat sich ihre Heimat mit den Wölfen und Bären geteilt, sie lebten miteinander und teilten sich gemeinsam die Nahrung die Mutter Erde ihnen bereitstellte. In ihrem Garten pflanzten und hüteten sie ihre Nahrung, die sie auch über die Zeit der Wintermonate verstanden einzulagern um zu überleben. Die nächste Steckdose mit einem „Tante-Emma-Laden“ war 200 km entfernt. Auch das Jagen und Fischen gehen war für sie selbstverständlich, Fleisch und Häute war für die kleine Dorfgemeinschaft überlebenswichtig. Da waren die Kräuter die sie verstanden zu finden und einzusetzen, das Dachs- oder das Bieber- Fett das ihnen half über den Winter zu kommen. Und da war die Frau im Ort die es verstand die Menschen zu heilen, mit oder ohne Trommel sie gehörte zur Gemeinschaft des Dorfes einfach dazu. Auch waren ihr die Erzählungen ihrer Eltern und Großeltern noch sehr präsent wenn sie ihr über die 70 – 90er Jahre erzählten, in der Heiler und Schamanen von den regierenden gejagte wurden und ihre Trommeln als Trophäen für viel Geld verkauft haben

Für uns war es ein großes Geschenk Elena kennen zu lernen, und wir konnten nur erahnen wie sehr sie sich an diese Freiheit in der Natur in ihrer alten Heimat erinnert bzw. sich diese zurückwünschte. Ihre Trommel haben wir gebaut aus dem Holz der Birke, der Baum ihrer alten Heimat, die Haselin haben wir in ihren Trommelrahmen eingeladen damit es ihr leichter fällt sich in ihrer neuen Heimat zu verwurzeln und der Weißdorn gibt ihr den eigenen Raum den Abstand bzw. ein Stück ihrer alten Freiheit zurück. Bespannt haben wir ihre Trommel mit dem Pergament des Pferdes, Pferde habe ihr früher bei der Arbeit geholfen, auf dem Feld oder nur bei Wasser holen aus dem Fluss, jetzt wird Elena bei ihren Reisen und auf ihren neuen Lebensweg von der Kraft des Pferdes getragen. Die eigentliche Botschaft ihrer Trommel ist: „Ich muss nicht immer stark sein, ich darf mir auch helfen lassen und diese auch ohne ein schlechtes Gefühl annehmen.

Zwei Freundinnen – Trommel …..
auch in der Trommel verwachsen …..
im Holz und des Pergamentes.

Ich finde das das Wort Freund / Freundin in der Zeit der „sozialen Medien“ einen ganz anderen Stellenwert bekommen hat. Je mehr Follower / Freunde du hast je „an-gesehen-er“ bist du. Freunde waren in meiner Kindheit / Jungend Begleiter mit denen wir alles geteilt haben. Die Pflaumen aus dem Garten vom Nachbarn, die erste verbotene Mofa Fahrt mit 13, die erste gepaffte Zigarette, das erste Bier, das erste Mal betrunken sein und das erste Knutschen bei irgendeiner Party in einem der Partykellern die es früher so gab. Durch die Ausbildung, Schule, Wehrdienst, Zivildienst, Beruf und die erste große Liebe gab es schon Veränderung / Bewährungsproben in dem Miteinander der Freundschaft. Erst wenn du eine schwierige Lebensphase selbst erlebst, erkennst du den Wert einer Freundschaft. Wer steht dann noch an deiner Seite? Es ist die Erfahrung denke ich die mich so schreiben lässt. Heute vermisse ich bei den jüngeren Menschen diese Tiefe, oder vielleicht sehe ich sie nicht, es fühlt sich anders an, oberflächlicher, schnelllebiger, die vielen Single Haushalte, alle Suchende die sich in den „Partnervermittlungen“ versuchen zu finden und zur Freude auch tun.

An einen der letzten Wochenenden waren zwei „Nordlichter“ Giesa & Ella bei uns zum Trommelbau. Für mich / uns waren es zwei Menschen die sich sehr tief mit einander verbunden haben. Jeder von ihnen „wusste & fühlte“ den anderen. Es hat mich sehr gefreut diese tiefe Freundschaft bei jüngeren Erwachsen fühlen zu dürfen. Sie hatten den Wunsch sich eine Trommel zu bauen, eine Trommel ihrer Freundschaft, um auch bei den Veränderungen die jetzt in dem Leben anstehen, diese besonderen „Wendepunkt“ zu festigen, zu feiern. Ihre gelebte Verbundenheit zeigte sich auch in den beiden Trommeln „Schwestern Trommeln“ wieder, die sie wachsen lassen wollen. Beide hatten den Wunsch sich über die Trommel miteinander zu verbinden. Sie wählten den Pflanzengeist der Esche für das gemeinsame Trägerholz (Rahmen) ihrer Trommel aus, zusätzlich lud sich Giesa den Pflanzengeist der Silberweide und Ella den Pflanzengeist der Erle ein. Das Pergament für ihre Trommel war das Rotwild, jeder eine ganze Haut die sie unter sich aufteilten. Gisa bekam den hinteren Teil des Pergamentes von Ella und Ella bekam den hinteren Teil des Pergaments von Giesa.  Für mich hat die Esche eine sehr Dominate Energie, nicht weil sie einer der größten Bäume unserer Region ist, sie ist ein sehr lichtvoller Baum, durch ihr riesiges Kronen Gewölbe dringt immer so viel Licht / Leben hindurch so das unter ihrer mächtigen Krone immer Leben ist. Es blühen Blumen, Gräser und immer ist Platz für junge Bäume die hier wachsen können. Ein Baum der von weitem zu erkennen ist, er macht sich gerade und zeigt sich, nehme einen Eschen Stab fest in die Hand, stell dich hin und spürst wie du dich aufrichtest – gesehen wirst. Da sind noch die Silberweide und die Erle die zufällig gewählt wurden, beide gehören zu den Mondbäumen, beide sind sehr mit dem Wasser verbunden und gehen mit Zyklus des Mondes (Frau) in Verbindung. Beide Hölzer bluten (ihr Holz verfärbt sich rötlich an der Luft) wenn ihre Äste geschnitten werden. Beide sind zu Unrecht wegen dieser Eigenschaft und ihren oft moorigen Standorten von der Gesellschaft dem Bösen, unheilvollen Mächten zugeordnet worden. Sandra und ich wünschen uns, dass ihr „Vier“ diese Verbundenheit euer Leben lang in euch wachsen lässt.

Hier ein kleiner Gruß & Erinnerung an die gemeinsame Zeit im Trommelbau von Giesa & Ella.

Das Pergament vom Rehbock, mit einer natürlich hellen Pigmentierung der Haut, nicht extra gebleicht.
Die Birke ist auch, Symbol für die Erdmutter, sie ist die Fruchtbarkeit / Weiblichkeit vereint in der Göttin Freya und der Liebe und wird durch die Rune Berkana vertreten
Das kleine Loch, da wo die Kugel tödlich getroffen hat, hat sich Marion bewusst mit in die Trommelhaut gewählt. Es ist die Stelle an der sich Respekt, Demut und die eigene Angst vereinen.

Das Fleisch kommt doch aus der Kühltehke.

In den letzten Jahren habe ich es bis her zweimal begleiten können, wenn ein Trommler bzw. Trommlerin sich entscheiden ihre zukünftige Trommelhaut bzw. das Tier von dem sie stammt auch in der eigenen Küche zu verwerten. Es ist schon ein beeindruckend finde ich, dem Tier seiner Trommelhaut gegenüber zu stehen. Da ist das „Schuld-Gefühl“, die den Respekt und die Demut gegenüber dem diesem Geschöpf wachsen lässt. Sein Fleisch zu essen ist etwas ganz anderes wie das Fleisch was wir sonst in Folie verpackt auf den Tisch bekommen. Bei dieser anonyme Massentierhaltung, finde ich ist uns diese Achtung vor dem Fleisch verloren gegangen.

Ich denke das diese Verbindung vom Tier zur eigenen Trommel etwas ganz Altes in uns ist, dieses Erwachen in den Ritualen die wir um das Tier gefeiert haben zu erleben, ist nicht zu beschreiben und es wird sicherlich viele abschrecken, aber es ist ein natürlicher Lebenskreis der sich hier schließt. Um so „freudiger“ ist auch das wieder geboren werden als Trommel, als ein anderes neues Wesen an der Seite der Trommlerin.

Für mich konnte Marion diesen Prozess noch um eine Erfahrung ausweiten. Marion stammt aus einer Jäger Familie in der die Jagd seit Generationen Bestandteil des Lebens gewesen ist. Ihre Verbundenheit zur Natur und der Tierwelt in ihrer Heimat hat sie von Kindesbeinen mit Vater und Onkel erleben können. Bei mir war es ähnlich, und heute sage ich das diese „Alten Männer“ Jäger mit denen wir die Natur erleben durften, waren auf ihre Art „Schamanen“ gewesen ohne es zu wissen. Ihr Verhalten, ihre Wahrnehmungen und fühlen in der Natur, die ich vor Jahren noch nicht verstanden habe, werden mir heute immer klarer.

Marion folgte ihrer inneren Stimme und machte den Jagdschein vor einigen Jahren. Aber erst jetzt hat sie sich entschieden die Jagd auch auszuüben.  Bei ihren Reisen um die Jagd, standen ihre Ahnen hinter ihr und haben sie geführt und getragen. Ihren Reiseerlebnissen zu zu hören war für mich eine Besonderheit. Danke dafür liebe Marion. Aus der Haut ihres ersten Rehbockes haben wir eine 37 cm große Trommel gebaut, die von einem 13 teiligen Träger aus dem Holz der Birke getragen wird.

Hexen brauchen keinen Besen mehr

Es ist schon interessant für mich, dass wenn Frauen zu mir zum Trommelbau kommen die eine sehr tiefe Verbindung zu ihrem Tierischen Begleiter (oft ist es ein Pferd / Hund) haben. Denke das diese Verbindung den Mensch noch eine Spatentiefe tiefer erdet. Sie stehen halt fest auf der Erde und haben den Halt, die beide – Mensch & Pferd/Hund- benötigen um – gemeinsam voran zu gehen. Wenn dann diese Erdung, diese Verbindung mit der Natur in der Leidenschaft der Welt der Kräuter ihre Berufung findet ist das für mich sehr beeindruckend, wie sich heute immer noch, diese inneren, alten Verbindungen wieder öffnen und weitergelebt werden. Es hat mich nicht gewundert, dass Annette sich als Kräuterfrau auf den Weg der Hexen begeben hat. Hier findet der Austausch, von für mich heiligen alten Wissen statt, das dieses alte Wissen am Leben erhält. Für mich ein großartiger Schatz so das Leben unserer Ahnen weiter wachsen zu lassen. Ob diesen Leben in der Welt der Kräuter, oder im Kreis dieser Frauen die das Land unserer Ahnen schützen und heilen geschieht ist einfach großartig, all diese Frauen sind an ihrem Platz angekommen um mit ihrer guten Magie Heilung auf allen Ebenen zu ermöglichen. Annette wurden von dem Holz der Erle und des Weißdorns gerufen. Die Erle liebt es am Wasser, moorigen Untergrund und eher nicht im grellen Licht. Der Weißdorn steht lieber trockener und mag die Sonne. Für ihre Trommel hat sie sich den „Ausgleich“ eingeladen.  Der Ausgleich zwischen den Elementen, Energien die uns umgeben. Aus dem Schweifhaaren ihres Seelenbegleiter hat sie sich ein „Schmuckstück“ selbst geknüpft und mit ihrer Trommel verbunden. Auch hier werden sie Seite an Seite auf ihren Reisen gemeinsam voran gehen. Das Pergament vom Rotwild wird beidseitig von einem 46 cm großen Träger (Rahmen) aus 16 Segmente mit je 8 Segmenten vom Weißdorn und der Erle getragen.

Über den Schweif mit ihrem Seelenbegleiter verbunden.
Die Übergabe der Trommel ist oft der Anfang eines neuen Weges.
Der Weißdorn und die Erle geben den Raum und den Halt für die Trommelhaut. Sie wird von ihnen getragen.

Ankommen / verwurzeln

Als kleiner Junge mit 6/7 Jahren habe ich immer meine Ohren gespitzt, wenn meine Großeltern über den Krieg gesprochen haben. Es war sehr selten und wenn dann immer nur Auszugsweise, für mich war es das Gefühl von etwas ganz „Furchtbaren“ bzw. über das „Böse“ wird nicht gesprochen. Es waren die Geschichten von Handkarren, die von den meinem Vater und Onkels gezogen wurden. Das hochgelobte Pferd mit dem Wagen auf dem sie die wichtigsten Dinge verstauen konnten. Die kleinen Möbelstücke, Bilder die sie behalten konnten und sie immer noch besonders in Ehren gehalten haben. Heute weiß ich, es waren die Erinnerungen an das alte Zuhause, ihre Heimat. Vielleicht ist diese Erfahrung meiner Großeltern mit ihren Kindern auch der Grund warum ich mit meinem Zuhause, meiner Heimat so verwachsen bin.

Leider hat es noch lange nach dieser Zeit immer noch Ereignisse gegeben, die Familien gezwungen haben ihre Heimat bei Nacht und Nebel zu verlassen, weil Gefängnis drohte oder sogar das Leben der Familie gefährdet gewesen ist. Vor einiger Zeit durfte ich einen solchen Menschen bei uns im Trommelbau kennenlernen. Diese ungewollte Entwurzelung seiner Heimat hat für mich gefühlt tiefe Spuren in der Seele hinterlassen. Es ist sicherlich eine Zerreisprobe die alten Wurzeln behalten zu wollen und gleichzeitig an einer neuen Heimat mit seiner eigenen Familie zu verwachsen. Es sind Erinnerungen und Erlebnisse in der Natur, die sich hier wiederholen aber trotzdem halt anders sind. Ich wünsche mir das die Naturerlebnisse im hier und jetzt so stark werden und einen Ausgleich zwischen den beiden Verwurzelungen ermöglicht und sie jetzt hier zu Haus ist. Die Trommelbauerin hat sich für einen 12-teiligen Rahmen mit ca. 40 cm Durchmesser entschieden um in ihrer Trommel auch ihre Ahnen mit einzuladen. Bei der Wahl des Holzes für den Träger der Trommel (Rahmen) hat sich die Eberesche in den Vordergrund gestellt. Die Eberesche hat in der alten Zeit eine große Bedeutung nicht nur als Heilpflanze für uns Menschen gehabt. In manchen Überlieferungen steht sie auch als Verbindung zu unseren Alt Forderern. Sie dient als Symbol für die Weisheit, Schutz gegen das Böse und die Verbindung zwischen den Lebenden und der Geisterwelt. Druiden ehrten ihr Holz sehr und setzten es unter anderem für ihre Zauberstäbe ein. Zu den 9 Segmenten der Eberesche hat sich die Trommlerin noch mit je 1 Segment von der Esche, der Linde und der Haselin eingeladen. Die Haselin (zählt zu den Heckenpflanzen!) wird sie beim verwurzeln in ihrer neuen Heimat unterstützen. Bespannt ist diese Trommel mit dem Pergament von einer Stute und einer Bison Kuh.

Unsere vergessene Eberesche war einst der Baum der Druiden und mit der stärkste Schutz vor Unwetter und galt als Tor zur der Welt der Geister.
Pelzpergament mit Mähne …
….und die zweite Seite der kleinen Mutter Erde Trommel das Pergament von einer Bison Kuh.

Ich bin ……wie ich bin.

Wenn in mir so ein Wiederstand aufkommt etwas nicht zu tun, durfte ich lernen hier mal genauer für mich reinzuspühren und auch mal meinen geistigen Begleiter um Klartext zu bitten. Ja, und auch immer noch dieser ach so alte Glaubenssatz „Das Schafts du sowie so nicht“ meldet sich dann auch noch gerne wieder. Auf der anderen Seite der inneren Widersacher steht der Satz von meinem Vater: Nicht versucht ist nicht geschafft.

Margot, brachte mir einen Stämmling von einem Birnenbaum den sie vor Jahren in Ihrem Garten unter heftigen Diskussionen in der Familie fällen ließ, weil er morsch wurde. Es war der Birnenbaum in ihrem Garten. Seine Birnen wurden von allen Familienmitgliedern jedes Jahr aufs Neue erwartet. Er war ein fester Bestandteil des Gartens dem alle ihre Aufmerksamkeit schenkten. Diese Wertschätzung war es die das letzte noch nicht so „morsche“ Stück vom Birnbaum einem Platz im Keller zur Aufbewahrung sicherte. Bis heute. Beim Aufschneiden des Birnen-Stämmling zeigte sich mir die Herausforderung die uns der Pflanzengeist nun stellte. Das was ich sehen konnte sah aus handwerklicher Sicht überhaupt nicht gut aus. Ich machte Margot keine Hoffnung. Das Holz noch zu verarbeiten, weckte inneren meinen Widerstand. Aber der Geist des Baumes gab mir den Satz: ich bin     – wie ich bin.

Wer kennt es nicht dieses Gefühl, wenn die Erwartungen die an uns gestellt werden nicht 1:1 von uns erfüllt werden. Ja ich hatte ein schlechtes Gewissen gegenüber der Birne und der Familie die dieser Birne über die Jahre hinweg soviel Aufmerksamkeit geschenkt haben. Ich erinnerte mich auch an Lebensabschnitte die für mich eigentlich keinen Ausweg mehr gezeigt haben. Aber: Nicht versucht ist nicht geschafft. Ja und auch heute gilt für mich: Ich bin…….wie ich bin.  Nicht perfekt. Heute freue ich mich darauf gemeinsam mit Margot die Herausforderung der Birne anzunehmen wenn die Zeit dafür da ist. Einige Wochen später ging es weiter…..

Es kommt vor, dass ein Trommelbau auch mit einem persönlichen Ereignis, eine Veränderung im Leben des Trommlers oder Trommlerin ein her geht. Wenn von diesem persönlichen Ereignis auch Veränderungen für das Umfeld (Familie, Beruf, Mitarbeiter) betroffen sind, sind diese Veränderungen noch weitreichender und seine Entscheidung zu treffen fällt noch schwerer. Aber Aufschieben ist keine Veränderung und ohne Veränderung geht es den Betroffenen nicht besser.

Nach dem Aufschneiden des Birnbaum im August sind Endscheidungen von der Trommlerin getroffen worden die ihr Leben verändern. Wir haben das Holz des Birnbaum dank eines guten Tipps von Christian stabilisieren können. Halt wie im Leben, es sind die waren Freunde die uns in schwierigen Situationen ehrlich ihre Meinung sagen die uns weiterbringen.

Die Antwort auf meine Frage, wie groß wir denn die Trommel bauen wollen war: „Wir nutzten alles Holz was vom Birnenbaum nutzbar ist, um einen Rahmen zu bauen“. Während des zuschneiden und des „Zerstückeln“ haben wir entschieden welche Holzstücke, Segmente noch für den neuen Lebenskreis der Trommel eingesetzt werden können. Margot wollte es einfach, ohne „Schnick – Schnack“, halt schlicht, nur eine Trommel für sich. Ich bin …. wie ich bin. Heute sage ich: Ich bin ….Der/Die ich bin. Fühlt sich diese kleine Veränderung nicht schon anders an? Wir haben diese 50 er Trommel von beiden Seiten mit der tiefen erdigen, in sich ruhenden Kraft einer Bison Kuh bespannt.

Die Birne zu Brettchen aufgeschnitten. Nicht alles perfekt, aber was ist perfekt.
Der Träger der Trommel, mit 50 cm im Durchmesser und 13 in der Breite keine kleine Trommel.
Von beiden Seiten mit dem Pergament von einer Bison Kuh bespannt.

Wenn ich so zurückschaue, ist es nicht selten, dass die Trommlerinnen und Trommler, die uns besuchen, um ihr Trommel wachsen zu lassen, mindestens einmal in ihrem Leben ihre gewohnte Komfortzone verloren haben. Dieser Verlust bringt oft eine andere Sichtweise der Dinge mit sich, und sie werden offener für Dinge, denen sie sonst keine Beachtung geschenkt haben bzw. die sie verdrängt haben. Wird dieser „Beachtung“ Aufmerksamkeit geschenkt, fängt sie an zu wachsen (wachsen ist Veränderung) und braucht mehr Raum. An dieser Stelle bleiben die Trommlerinnen oft im Verborgenen und trauen sich nicht, darüber in ihrer gewohnten Umgebung zu sprechen. Tun sie es doch, werden sie oft nicht verstanden, und ihre alten Kontakte – Familie, Freunde und Bekannte – reduzieren sich. Ich finde es schade, dass wir in unserer Gesellschaft, so wie bei anderen Dingen auch, die Toleranz verloren haben und zu Richtern über „Richtig oder Falsch“ geworden sind. Verurteilen ist immer noch einfacher als seine eigenen Glaubenssätze zu hinterfragen und sich anderen Sichtweisen zu öffnen. Wir wünschen uns den Mut, dass diese Trommlerinnen sichtbar hinaus in die Welt gehen, um Gutes für unsere Mutter Erde, ihre Pflanzen und Lebewesen zu tun. Mandy hat vor einiger Zeit den Träger ihrer Trommel aus dem Holz einer Birke und Lärche wachsen lassen. Bespannt hat sie ihre Trommel mit dem Pergament von einem Rotwild.  Diese kleine 36 cm Trommel spiegelt für mich die Kraft und Energie dieser Frau 1:1 wider. Für uns immer wieder ein Erlebnis, wenn diese Frauen – Trommlerinnen gemeinsam mit ihrer Trommel hinaus in ihre Welt ziehen.  Um Gutes zu tun.

Wenn ich gefragt werde „Kannste gebrauchen?“ Sind es schon mal solche Schätze. Hier eine Birke die am Stamm eingegangen und getrocknetist. Von mir gefällt und nicht als Brennholz verarbeitet worden.
Nur 36 cm im Durchmesser, beidseitig mit Rotwild bespannt.
Ein neuer Träger /Rahmen wird geschlossen. Ob wohl alles passt? 😉

In die Weige gelegt.

In den letzten Tagen ist bei uns eine etwas andere Trommel gewachsen. Die Gründe für eine Trommel sind unterschiedlich. Da ist z. B. die Oma, die für ihre Enkelin oder der Vater / Mutter für ihre Tochter eine Trommel bauen möchte. Oder es ist eine Veränderung im Leben der Trommlerin die gemeinsam mit der Trommel umgesetzt wird. Neu für uns ist es gewesen, die Trommel durch die Hände von werdenden Eltern für ihr ungeborenes Kind entstehen zu lassen. Es ist schon selten, dass in einer Partnerschaft beide Teile mit einer Trommel unterwegs sind und sie gemeinsam ihren Spirituellen Weg leben. Und jetzt das gemeinsame Bauen einer Trommel für das ungeborene Familienmitglied. Nur mal so gedacht, wie fühlt sich das an, wenn du diese Trommel schwingen lässt, sie wird gefühlt und gehört von dem ungeborenen Kind. Ein Klang, eine Schwingung die das Kind auf seinem Lebensweg begleiten wird. Vielleicht entsteht in den nächsten Wochen ein „Eltern Lied“, gesungen, getönt und getrommelt, mit dem das Kind auch nach der Geburt noch verbunden sein wird. Wir finden es großartig, denn wer von uns kann schon sagen, dass ihm eine Trommel in die Wiege gelegt wurde. Eine Trommel in „gelebten“ Raunächten wachsen zu lassen ist schon besonders. Eine Trommel für eine Trommlerin mit einem tiefen Wunsch in Ritualen entstehen zu lassen ist großartig, aber eine Trommel mit zwei Menschen zu bauen die sich lieben, die gemeinsam eine Trommel für ihr Kind bauen setzt Sandra und mir als begleitende Trommelbauer noch eins oben auf. Es sind die Menschen mit ihren Wünschen, ihre Rituale die gemeinsam gefeiert werden, die Sandra und mich bestärken so weiter zu machen. Für uns haben alle Trommler und Trommlerinnen, egal wie ihre Spirituelle Ausrichtung ist, einen gemeinsamen Nenner: Sie arbeiten zum Wohle aller Lebewesen und Pflanzen, die auf der großen Erdmutter eine Heimat haben. Denke das diese Energie, die mit jeder Trommel hinaus zieht in unsere Welt, mit dazu beiträgt, dass dieses Bewusstsein für all die „Welten“ die uns umgeben wächst.
Den Träger der Trommel haben wir aus dem Holz der Birke wachsen lassen. Die Birke, sie ist einer unserer ältesten Bäume, ein Pionier Baum, der Baum der einen neuen Wald entstehen lässt. Sie ist ein Baum des Frühlings (Maibaum) und trägt für mich das Symbol des Erwachens, der Beginn des Frühlings – das Leben erwacht. Die Rune Berkana ist mit der Birke eng verbunden und beide stehen für die große Erdmutter, Mütterlichkeit und die Fruchtbarkeit. In den 16-teiligen Träger haben wir je 1 Segment aus dem Trommelholz der Mutter und dem Vater / Weißdorn & Erle eingeladen. Bespannt haben wir die 30cm große Trommel mit einem Pergament von einem weiblichen Reh (Schmalreh) aus dem Wittgensteiner Land. Dankeschön Lisa& Jans das wir diese Geschichte & eure Bilder hier teilen dürfen.

Zu Hause angekommen.
30 cm im Durchmesser groß
Die Erle, Weißdorn, Birke und das Schalreh aus dem Wittgensteiner Land.
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